Ein Plakat, zwei Mitteilungen. Mit dieser Basisidee hat das Outdoor-Plakat seinen Ruf auf den Internetseiten und Social Network Platformen gemacht. Auf dem ersten Blick ist es nichts Außerordentliches: das Bild eines kleinen, traurigen Jungens. Was könnte aber der zweite Blick erfahren?
Das Plakat zeigt tatsächlich das Porträt eines Jungen mit der Überschrift, dass manchmal Kindermissbrauch nur für die Kinder sichtbar ist, die es aber auch selbst erleben. Das ist die Mitteilung die den Erwachsenen gewidmet ist. Was das ungefähr zehnjährige Kind aber sieht, ist das Gesicht desselben Jungen mit klaren Zeichen der Gewalt – anbei die Mitteilung, dass sie im Falle eines Missbrauchs die angezeigte Telefonnummer benutzen sollen. Das Geheimnis dahinter? Der Lentikulardruck und die verschiedenen Blickwinkel.
Der Lentikulardruck ist schon vielen von uns aus der Kindheit bekannt, die Wechsel-/Wackelkarten mit denen wir Spaß hatten, indem wir verschiedene Fotos auf derselben Karte sahen. Dieses Spiel zusammen mit dem Wunsch, den Kindern in Not zu helfen, hat zur folgenden Idee geleitet: das Plakat soll zur Hilfe des Kindes kommen, auch im Falle, dass dieser vom Erwachsenen, den ihn missbraucht oder schlägt, begleitet wird. Ohne das dieser etwas mitbekommt, gibt man dem Kind einen Ausweg.
Die Kampagne wurde von der spanischen Kinderhilfsorganisation Fundación ANAR (Aid to Children and Adolescents at Risk Foundation) umgesetzt und von der Werbeagentur Grey, Spain kreiert. Diese wurde April 2013 auf den Straßen Spaniens veröffentlicht.
Die Kampagne ist selbsverständlich gelobt, ihr Ziel ist ein nobeler, den Kindern in Not zu helfen – es hat ja auch eine ganz kluge und innovative Art und Weise gefunden in der das gemacht werden kann. Eine Frage bleibt aber auf Facebook, Youtube und vielen anderen Forums offen: ist das Ganze nicht kaputt gegangen, da diese Informationen – das eigenartige Geheimnis des Plakats – für jeden im Internet zu finden sind?

Chiţea Sînziana

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